Gründung und die frühen Jahre (1904–1913)
Die Geburtsstunde des Vereins schlug im Jahr 1904 in der Gastwirtschaft Frommeyer. Inspiriert durch einen festlichen Besuch des Osnabrücker Bischofs Dr. Hubertus Voß in Bissendorf, schlug Bauer Franz Brunsmann die Gründung vor. Er wurde auch zum ersten Präsidenten gewählt. Der erste Schützenkönig war Theodor Frommeyer. In den ersten Jahren prägten Ereignisse wie die Fahnenweihe (1910) und die Einführung des Protokollbuchs (1911) das Vereinsleben. Bereits 1912 wurde penibel darauf geachtet, dass der Festwirt für ausreichend Petroleum in den Zeltlampen sorgte.
Weltkriege, Inflation und Neubeginn (1914–1949)
Der Erste Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen; die Protokolle schwiegen bis 1920. In der Zeit der Hyperinflation 1923 nahmen die Finanzen absurde Züge an: So kostete der Königsschuss stolze 75.000 Mark und eine Tanzkarte für Herren 4.000 Mark.
Nach dem Beitritt zum Deutschen Schießsportverband (1933) unterbrach der Zweite Weltkrieg die Aktivitäten erneut vollständig. Erst 1949 kam es zur Neugründung unter Josef Rahe. Da die Zeiten noch schwer waren, feierte man im ersten Jahr statt eines Schützenfestes ein Erntedankfest.
Jubiläen und Modernisierung (1954–1977)
Das 50-jährige Bestehen wurde 1954 groß mit zahlreichen Gastvereinen gefeiert. In den Folgejahren öffnete sich der Verein weiter, etwa durch das erste kombinierte Kinderschützenfest (1955). 1957 gab es logistische Herausforderungen: Da der Festplatz direkt an der Bundesstraße B68 lag, durfte der Festzug die Straße zwar überqueren, sie aber nicht für den Marsch nutzen.
In den 60er Jahren etablierten sich gesellige Ausflüge (z.B. nach Tecklenburg oder zum Zoo Münster). 1973 wurde nach über 40-jähriger Amtszeit des Schriftführers Franz Dierker eine neue Fahne beschlossen. Die Inflation der 70er Jahre spiegelte sich auch in den Beiträgen wider, die von ursprünglich 2,- DM (1949) auf 15,- DM (1976) stiegen.
Sportliche Erfolge und Herausforderungen (1978–1993)
Zum 75-jährigen Jubiläum 1979 wurde ein umfangreiches Festbuch erstellt. In dieser Zeit zeigten sich auch sportliche Erfolge, insbesondere durch Marita Schmidt, die 1980 Kreismeisterin wurde.
Wirtschaftlich gab es Höhen und Tiefen: Während das Jahr 1981 einen herben Verlust durch schlechten Besuch verzeichnete, konnte 1989 durch die Ausrichtung des Kreisschützenfestes ein glänzendes Ergebnis erzielt werden. Interessant ist auch die politische Dimension: 1991 verzichtete der Verein aufgrund der Golfkrise auf sein Winterfest. Die Chronik schließt mit der Anschaffung eines kleinen Festzeltes im Jahr 1993, das fortan gegen Gebühr verliehen werden konnte.